Zero Waste Wintersport

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Winter bedeutet für mich Schnee und Schnee ist unweigerlich mit Schi fahren und Snowboarden verbunden. Die Wintersport-Saison kann für mich gar nicht lange genug dauern. Doch mein Spaß im Schnee bedeutet für die Natur in den Schigebieten eine große Belastung – denn ich bin mit meiner Liebe zum Schisport nicht allein…

In der Schulzeit waren die Semesterferien für mich immer wundervoll. Abgesehen davon, dass ich zu meinem Geburtstag Anfang Februar frei hatte, waren wir auch jedes Jahr auf Schiurlaub. Die Umweltauswirkungen von meinem Schivergnügen waren mir schlichtweg nicht bewusst. Mittlerweile verbringe ich meinen Geburtstag noch immer am liebsten im Schnee, aber mein Glücksgefühl ist auf der Piste etwas gehemmt. Wenn ich daran denke, wie viel Energie und Wasser aufgewendet werden muss, um Berglandschaften mit Schipisten und Liften zu bedecken, kann ich die Umweltkosten einfach nicht ignorieren.

Von der Anreise, über die Unterkunft und den Tag am Berg, bis hin zur Abreise beeinflussen wir die kleinen Schiorte und die dortige Umwelt. Es liegt daher in unserer Verantwortung diese Zeit möglichst nachhaltig zu gestalten. Mit der Wahl besonders umweltbewusster Schigebiete ist schon der erste Schritt getan. Eine Anreise ohne Auto eliminiert den größten Emissionsausstoß (75% !)  – die 24 Alpine Pearls Ferienorte in Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien, Slowenien und der Schweiz haben sich darauf spezialisiert. Eine umweltfreundliche Unterkunft unterstützt das ressourcenschonende Verhalten, ohne dass man sich selbst bei jeder Entscheidung fragen muss, ob das nun nachhaltig ist. Wenn man die natürliche Schneelage beobachtet, kann man diese ausnutzen und Schigebiete aufsuchen, die wenig künstliche Beschneiung haben. Denn übermäßige Kunstschneeproduktion verbraucht Unmengen an Wasser und Energie und  beeinträchtigt den darunterliegenden Boden und die Vegetation.

In diesem Sinne, werde werde ich mich in den kommenden Saisonen bemühen Schiorte zu unterstützen, die nicht ausbauen wollen, umweltfreundliche Anreise ermöglichen, erneuerbare Energien für den täglichen Betrieb und kein Übermaß an Schneekanonen verwenden.

Damit das Wintersportvergnügen noch für viele Generationen erhalten bleibt. Wenn du mehr zu den Auswirkungen vom Wintersport auf den Klimawandel erfahren willst, kann ich diese nette Broschüre von den Naturfreunden empfehlen.

ski sport

 

Neben all den großen Umweltproblemen, die ein Schiurlaub mit sich bringen kann, ist der Müll noch eines dazu. Hier habe ich Tipps zusammen geschrieben, wie der Schiurlaub zumindest ohne großes Müllaufkommen verbracht werden kann (every step counts!):

 

Zero Waste Wintersport

Ausrüstung. Je nach Sportart brauchst du Schi, Snowboard oder Schneeschuhe, mit denen du wieder ins Tal kommst. Wenn du maximal eine Woche auf Schiurlaub bist, zahlt es sich wahrscheinlich weder ökonomisch noch ökologisch aus deine eigene Ausrüstung zu kaufen. In jedem Schiort kann man sich problemlos Schi, Snowboards, Stöcke, Helme, usw. ausleihen. Sollte dir das passende Schigewand fehlen, kannst du es vielleicht von Freunden ausborgen oder Second Hand erstehen.

Gerade Wintersportgewand wird von vielen nicht oft im Jahr getragen und ist meistens gut erhalten. Falls du deine eigenen Kleidungsstücke kaufen willst, schau auf ihre Herstellung und die verwendeten Materialien. Du willst ja nicht unabsichtlich giftige Chemikalien, Plastikabrieb oder Fasern zurücklassen, oder?

Liftkarte. Wunderbarerweise sind Schikarten so gut wie überall in Österreich mit Pfandsystem erhältlich. Du zahlst einen Einsatz (meistens 3€) und bekommst diesen im Tausch gegen deine nicht mehr gültige Liftkarte zurück. No waste. #reuse

No littering. Nur der Vollständigkeit halber erwähne ich es hier: schmeiß bitte nichts in den Wald. Danke.

 

Zero Waste auf der Schihütte

Getränke. Die meisten Hütten verwenden aus logistischen Gründen statt Flaschen große Fässer oder Behälter für Zapfsysteme. Bier und Schiwasser verursachen so keinen Müll und werden noch dazu in großen Gebinden in die Hütte gebracht. Strohhalme sind in Hütten eher selten zu Nicht-Aprés Ski-Zeiten zu finden. Tee wird hingegen immer mit Beutel und meistens mit kleinen Zuckertütchen oder auf einer hauchdünnen Serviette gebracht. Den Teebeutel einstecken und kompostieren wäre zwar möglich, ist aber an einem Schitag weniger praktisch. Vielleicht kann man stattdessen nach heißem Wasser mit Zitrone und Honig fragen und den Teebeutel weglassen.

Essen. Bevor du bestellst, schaue dich um, was die anderen so bekommen. So kannst du vermeiden, dass du die Ofenkartoffel im Alufolien-Schwan bekommst. In den letzten Jahren ist mir aufgefallen, dass auch Selbstbedienungshütten kein Wegwerfgeschirr verwenden (was Sinn macht, denn sie müssen den Müll ja auch irgendwie den Berg wieder hinunter bekommen). Meide Hütten, wo das nicht der Fall ist! Findest du regionale Schmankerl auf der Karte? Gute Idee, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen und lange Transportwege der Speisen zu vermeiden.

Jause und Snacks. Solltest du dein eigenes Essen für unterwegs mitgenommen haben, steck deine Verpackungen wieder ein und entsorge sie sachgemäß, wenn du wieder im Tal bist. Gerade Müsliriegel sind meist einzeln verpackt, aber vielleicht kannst du dich mal daran versuchen deine eigenen zu machen und sie in deinem eigenen Sackerl mitnehmen. Die Thermokanne, die du bestimmt schon hast, um keine Coffee-To-Go-Becher mehr kaufen zu müssen, erweist sich an so einem Schitag auch als äußerst praktisch.

 

Zero Waste in der Unterkunft

Green choice. Lass deine Handtücher nur waschen, wenn sie wirklich schmutzig sind. Jeden Tag neue, ist das notwendig? Ausgestellte Mini-Flaschen Shampoo und Duschgel kannst du umgehen, wenn du deine eigene Seife mit bringst. Für größere Hotels gilt wie immer: Packe die in Plastik eingeschweißten Hausschlapfen nicht aus. Und packe deine Schmutzwäsche in deine eigene Tasche, anstatt den angebotenen Plastiksack zu verwenden.

Frühstückspension. Das Frühstück in Pensionen kann sehr unterschiedlich sein. Oft werden kleine eingepackte Butterwürfel, Marmeladen und dergleichen angeboten. Vorportioniertes Essen verursacht meist extra Müll. Gerade bei kleinen Pensionen bieten sie aber auch oft selbstgemachte Produkte an, die in größeren Gefäßen angeboten werden. Die Wahl der Pension wird hier den Ausschlag geben, ob und wie viel Müll du einsparen kannst.

Hotel. Bevor du ein Hotel auswählst, achte doch auf deren Bemühen Ressourcen zu sparen (z.B. durch das Umweltzeichen gekennzeichnet).  In Hotels wird das Abendessen oft migebucht. Sollte es Papierservietten geben, verwende deine mitgebrachte Stoffserviette. Vergiss nicht auf den Strohhalm im Getränk zu verzichten und reduziere Lebensmittelabfälle indem du deine Portion aufisst 😉 oder dir am Buffet nur so viel nimmst, wie du auch essen kannst. Du wirst die anderen Gäste vermutlich nie wieder sehen: niemand wird sich daran erinnern, wie oft du zum Buffet gegangen bist.

Selbstversorgerhütte. Hier hast du keine Ausreden mehr. Den Müll, den du aus der Hütte trägst, hast du auch hinein gebracht. Verwende Pfandflaschen, große Verpackungen aus Karton oder Glas und nutze regionale und saisonale Produkte von kleineren Herstellern (wenn möglich). Diese werden oft auch lose verkauft und du kannst deine eigenen Boxen und Taschen verwenden.

Tipp: Wir waren jahrelang in einer Hütte, an deren Tür der lokale Bäcker in der Früh unser Gebäck gehängt hat. Wenn das bei dir auch eine Möglichkeit ist, dann hänge dein eigenes Sackerl an die Tür, dann muss er nicht jeden Tag ein neues verwenden.

 

Welche Ideen habt ihr noch, um auf Schiurlaub Müll zu vermeiden?

 

 

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