Lebensmittel sind wertvoll – (Abfall)Reste zurück zur Natur

organic waste

Obst essen, Schale auf den Kompost werfen, mit dem entstandenen Humus neues Obst wachsen lassen. So idyllisch könnten aus biologischen Abfällen Nährstoffe wieder der Natur zugeführt werden.

Meine Erfahrung ist aber nicht so idyllisch, eher offener Krieg. Mir ist bewusst, dass es für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft essentiell ist, dass der Boden die Nährstoffe wieder bekommt, die ihm durch die Ernte entzogen wurden. Aber immer, wenn ich meine organischen Lebensmittelreste in einer Schüssel gesammelt habe, verrät der Blick in die Küche meist eines: Der Biomüll steht da schon viel zu lange herum und gammelt vor sich hin. Faulheit hat über gute Intention gesiegt. Eine Armee an Fruchtfliegen kreist herum. Der Geruch verlangt nach Gasmasken. Und der Schimmel weitet sein Territorium immer weiter aus. Mit einer Abdeckung bewaffnet und  angehaltener Luft versuche ich die eigenen Arme künstlich zu verlängern, um die Distanz zum Feind (aka „bestialisch stinkender Biomüll“) zu erhöhen. Widerstand zwecklos.

In der letzten Grey’s Anatomy Folge hat die Biomüll-Verweigerer-Fraktion sogar Unterstützung von Dr. Bailey bekommen – während einer lebensrettenden Lebertransplantation (keine Sorge, kein Spoiler Alert). Da wurde die zu transplantierende Leber mit Kompost verglichen, der ebenso sinnvoll wieder neues Leben entstehen lässt. Allerdings auf die Frage hin, ob Dr. Bailey denn selbst kompostiert, antwortete sie vehement: „No, that’s gross“.

Oh, Bailey, nur nicht verzweifeln! Es muss keinesfalls so grauslich sein, wie der vermeintliche Geruch vermuten lassen würde. Genauer gesagt, muss es zu diesem Gestank gar nicht kommen!

 

Hier ein paar einfache Wege, wie du die nützlichen Nährstoffe aus organischem Abfall ohne großen Ekel gewinnen kannst:

Kompost im Garten

Die mit Sicherheit einfachste Art und Weise zu kompostieren, ist es den Abfall direkt nach der Essenszubereitung in den Garten zu bringen. Schalen und Co. haben gar keine Chance in der Küche zu verrotten oder anzufangen unangenehmen Geruch zu erzeugen. Der entstandene Kompost kann im eigenen Garten verwendet werden oder an jemanden weiter gegeben werden, der Pflanzen anbaut. Hol dir hier Tipps, wie ein Komposthaufen im Garten am besten funktioniert!

Wurmkiste

Falls du kein Problem mit vielen, vielen Würmern hast, kannst du dir auch eine eigene Wurmfarm zulegen. Ich habe selbst keine Erfahrung mit Wurmkisten, aber hier findest du alles über die Alternative zum Komposthaufen. Angeblich auch stadtwohnungstauglich und ohne Geruch!

Biotonne

Wenn du eine braune Tonne für dein Wohnhaus hast, entleert die Müllabfuhr diese und nimmt dir deinen Biomüll ab. Aus diesen Abfällen wird je nach Standort und eingeworfenem organischen Abfall Kompost oder Biogas erzeugt. Solltest du keine Biomülltonne haben, kannst du eine für dein Haus beantragen oder, falls du in einer Wohnung wohnst, deinen Abfall auf den Mistplatz oder zur nächsten Mistsammelstelle bringen.

Biomüll vergraben

Für kleine Mengen Biomüll eignet es sich auch, den Abfall einfach zu vergraben. Ich hab bisher gar nicht an diese Möglichkeit gedacht, da ich immer den Kompost weiter nutzen würden. Aber es funktioniert natürlich genauso! Suche dir einen unbenutzten Grünstreifen, grabe ein kleines Loch und wirf deinen Biomüll hinein. Am besten geeignet, wenn du nicht viel Abfall hast.

Biomüll in der Wohnung sammeln

Wenn du keine Möglichkeit zur Entsorgung direkt bei dir zu Hause hast, wirst du deinen Abfall wohl zwischenlagern müssen.

Das geht am einfachsten:

  • im Gefrierfach oder Kühlschrank: Abfälle klein geschnitten in einer Schüssel aufheben und gesammelt zur Tonne bringen. Verhindert Gestank und die Verwendung von Plastiksäcken. Bitte beachten: Sackerl aus Bioplastik werden bei den Müllverarbeitungsanlagen auch aussortiert, da die Rechen zur Vorsortierung (noch) nicht erkennen, ob es normales oder biologisch abbaubares Plastik ist.
  • in einer kleinen Mülltonne: am besten mit Papier auslegen, das dann auch mit in die Tonne geworfen werden kann.
  • auf Fenstervorsprüngen oder dem Balkon: funktioniert am besten im Winter, da kalt. Geruchsentwicklung im Sommer kann nicht verhindert werden. Aber zumindest sind die Fliegen nicht in der Küche.
  • vor der Tür: jedes Mal, wenn du heim kommst, siehst du deinen Biomüll. Guter Anreiz, um ihn regelmäßig auszuleeren.
Biomüll sammeln zur Gewohnheit machen

Mein Problem ist immer das regelmäßige Sammeln und die eigene Faulheit, den Biomüll zur Tonne zu bringen. Daher muss ich erst einen Weg finden, den gesammelten Biomüll routinemäßig zur Sammelstelle zu bringen.

  1. Setze einen Auslösereiz: stelle dir eine Erinnerung, platziere die Schüssel mit dem Abfall möglichst prominent oder nimm den Müll jedes Mal mit, wenn du z.B. einkaufen gehst oder den Hund hinaus bringst.
  2. Mach es zur Routine: immer zur gleichen Zeit, immer am selben Tag, immer nach einer bestimmten Tätigkeit (z.B. nach dem Laufen).
  3. Finde eine Belohnung: weniger Restmüll, kein Gestank, Dünger für deine Pflanzen, Weltrettung! – Was auch immer funktioniert, nutze es!

 

Wie kompostierst du deinen Bioabfall? Nutzt du ihn auf eine andere Art und Weise?

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