Weniger Verschwendung, weniger Müll – wie anfangen?

Zero Waste

Müll ist nicht gerade ein sexy Thema. Meine erste Assoziation war immer: stinkt, grauslich, undefinierbar groß. Oh, Vorurteile über Vorurteile – wie falsch kann man nur liegen.

Erstens, ist Müll gar keine undefinierbare Masse, sondern kann wunderbar sortiert und aufbereitet werden. Man findet alles, von organischen Abfällen, die kompostiert werden können und wieder zu fruchtbarer Erde werden, bis hin zu Metall und Glas, das richtig recycelt wieder zu Metall und Glas wird. Zweitens, gibt es so viele Möglichkeiten wertvolle Ressourcen gar nicht erst zu „Müll“ werden zu lassen: wiederverwenden, reparieren oder upcyceln.

Die stinkende Masse entsteht eigentlich nur, wenn man sich nicht im Vorhinein Gedanken darüber macht, was nach dem eigenen Gebrauch mit der Fertiggerichtverpackung oder der Plastikflasche passiert – ja, ich schaue dich an, Restmülltonne.

Abfall ist eine unglaublich wertvolle Ressource, mit der sich einiges an Geld machen lässt oder für die meisten bei der Vermeidung sparen lässt. Das Potential steckt aber nicht nur in der finanziellen Ersparnis, sondern auch im großartigen Umweltschutz. Viel leichter kann es nicht mehr werden, die (Um)Welt zu retten. Mittlerweile ist nicht einmal mehr Zero Waste ein komplettes Randthema. Wenn sogar „Sansa Stark“ darüber spricht!

 

Eine praktische Hilfestellung, um Müll im eigenen Haushalt zu reduzieren, sind die 5Rs (nach Bea Johnson): Refuse – Reduce – Reuse – Recycle – Rot. Ich habe mir erlaubt, das 6. R (Repair) von Lindsay Miles hinzu zu nehmen.

5+1 R’s

Refuse | Ablehnen: Goodies, Werbematerial, Plastikverpackungen, …

Am einfachsten lässt sich Abfall reduzieren, wenn er ganz vermieden wird. Kein Strohhalm im Getränk, kein Papiertuch zum Aufwischen und keine PET-Flasche fürs Mineralwasser. Das gilt auch für Geschenke, die man eigentlich nicht haben möchte. Sage einfach höflich: Nein, danke. Mal sehen was passiert  😉

Reduce | Reduzieren: Verbrauch von Konsumgütern

Weniger Verbrauch ist weniger Abfall. Die Frage, die du dir vor jedem Einkauf stellen solltest: Brauche ich es wirklich? Oder noch besser: Was passiert, wenn ich es nicht kaufe?

Reuse | Wiederverwenden: T-Shirts als Putztücher, Zeitungspapier als Schuhspanner, …

Werde kreativ! Bevor du etwas in den Abfalleimer wirfst: wofür kannst du es noch verwenden?

Repair | Reparieren: kaputte Schuhe, zerrissene T-Shirts, beschädigte Haushaltsgeräte, …

Die hohe Kunst des Reparierens will gelernt sein – entweder vom Fachmann oder selbst (besuche doch eines der Repair Cafés in deiner Stadt oder lerne von Omas, Onkeln, Freunden und Bekannten)

Recycle | Recyceln: Metall, Glas, Papier, Plastik, …

Du findest keine Möglichkeit mehr das Ding in deiner Hand wiederzuverwenden oder zu reparieren? Entsorge es sachgemäß!

Rot | Kompostieren: organische Abfälle

Alle organischen Abfälle können kompostiert werden und damit wieder Lebensmittel und Bäume wachsen lassen! Verschiedene Alternativen, um wieder kostbares braunes Gold aus deinen Apfelschalen zu machen, findest du hier.

 

Gleich mit Zero Waste anzufangen, ist vielleicht zu überwältigend. Aber jeder Anfang, ist ein Anfang! Fang mit den einfachen Dingen an.

  • Kaufe unverpackte Lebensmittel im Supermarkt nebenan.
  • Ziehe deine Kräuter selbst! Oder, wenn du Platz hast, sogar ein bisschen Gemüse oder Obst.
  • Entscheide dich für die nachhaltigere Alternative, wenn du keine Zeit hast es selbst zu machen.
  • Nutze Second Hand Geschäfte anstatt in neue Produkte zu investieren.
  • Entscheide dich für wiederverwendbare Alternativen (Rasiermesser, Menstruationstasse, Stoffwindel,…)
  • Plane einen Ausflug am Wochenende, um Streuobst, Kastanien & Co. zu sammeln.
  • Reinige mit Apfelessig und Natron. Keine Lust? Kaufe ein ökologisches Reinigungsmittel statt der Chemiebombe (am besten in wiederverwendbaren Gefäßen).

 

Just start where you are.

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